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Bakony Haus

Das Haus Bakony ist wegen eines Brandvorfalles für unbestimmte Zeit leider nicht zugänglich!
 
Neben dem Laczkó Dezső Museum steht das Haus Bakony. Es gilt als eines der ältesten Ethnografie-Open-Air-Ausstellungsorte. Es wurde 1935, finanziert von öffentlichen Spenden, nach dem Muster eines kleinadeligen Wohnhauses in Öcs, gebaut. Es wurde vom Ethnographen László Nagy und vom Architekten György Lizmayer entworfen. Das Gebäude besteht aus drei Teilen, seine Schalung besteht aus Schilf und der Boden aus Stampflehm. Vor der längsrichtigen, auf den Blumengarten gerichteten Fassade zieht sich eine Veranda mit Brüstung, Zwergsäulen, und Korbbögen-Überbrückungen. Seitlich ist diese Veranda pro Bogen mit einem Stuckrahmen verziert. Dieses Gebäude repräsentiert die fortgeschrittene Variante der damaligen Wohnhäuser.

Der Wohnraum ist über einen einzigen Eingang zugänglich. In der Mitte steht die Küche mit freiem Schornstein. Die Küche ist in zwei Teile geteilt: direkt hinter dem Eingang ist das Atrium und unter dem freien Schornstein befindet sich die eigentliche Küche. Rechts vom Eingang steht die Wasserbank mit den Gefäßen die als Wasserspeicher dienten. Hinter der Wasserbank ist in der Wand eine Nische mit einem Regal zu sehen, in dieser stehen die Tongefäße zum Speichern von Milch und Milchprodukten. Links neben dem Eingang steht eine Sitzbank. Der gegenüber steht der Ende des 18. Jahrhunderts aus Hartholz gebaute Tisch, der Anfang des 19. Jahrhunderts repariert wurde, und beim Kochen als Arbeitsfläche diente. Über dem das Atrium von der Küche trennenden Balken bekam das Töpferregal, gefüllt mit den Keramikgefäßen, Platz.

An der Mitte der hinteren Wand der Küche steht der prismenförmige, aus Stein und Ziegel gebaute Ofen. Bis zum Erscheinen des Herds wurde auf der Oberfläche des Ofens auch gekocht. Die brennenden Holzscheiter wurden entweder an den Feuerbock oder das Eisengestell gelehnt. Zum Kochen wurden Ton- und später Gusseisen-Töpfe verwendet. Das Fleisch wurde in Backpfannen, eventuell an Spieß oder auf eckigem Rost, und Fisch auf rundem Rosteisen gebraten.

Im Inneren des Ofens wurde das Brot gebacken. Die Hausfrau stellte sich in die Vertiefung vor der Ofenöffnung um das Brot schnellstmöglich in den Feuerraum schieben, bzw. „einschießen“ zu können. Die Ofenöffnung wurde mit einem Deckel oder einer Verschlussplatte geschlossen. An den großen Ofen wurde rechts noch ein Kleinofen angebaut, in dem süßes Gebäck und auch Fleisch gebacken wurde. Hinter dem Kleinofen war das „Aschenloch“, hier wurde die Holzasche gesammelt. An beiden Seiten des Ofens befindet sich ein Feuerbänkchen, dazwischen ist die Feueröffnung für den Zimmerofen, auf dieser Fläche konnte man damals auch kochen. Am Ende des Bänkchens ist das Kesselgehäuse mit dem zum Wasser-kochen benutzen Kessel. In den Ofen konnte man auch die Tontöpfe stellen, diese wurden dann mit einem zweigabeligem langen Schieber eingeschoben.

In der Küche ist das für die charakteristische Ernährungsweise, Kochweise und Lebensmittelspeicherung des Bauerntums typisches Geschirr (Töpfe, Pfannen, Schüsseln, Schalen, Gugelhupf und „Tarkedli“-Backformen, Becher und Krüge, Löffel und Gabeln) zu finden. Die Keramiktöpfe sind die Werke der Töpfermeister aus Veszprém, Szentgál, Nemesleányfalu, Sümeg, Tüskevár und Kapolcs.

Aus der Küche öffnet sich das Wohnzimmer. Es spiegelt die traditionelle Einrichtungsweise wieder. In der linken Ecke steht - zwischen den zwei Fenstern - eine Eckbank (mit Fächern) aus dem 19. Jahrhundert. Diese Eckbank verfügt in ihrem unteren Teil über einen kleinen, verschließbaren Speicherraum. Vor der Eckbank steht der ebenfalls im 19. Jahrhundert, aus Hartholz gebaute Tisch mit großen Schubladen (Brotschublade). Neben dem Tisch stehen zwei Stühle aus dem Jahr 1704, deren Rücklehnen in Barock-Stil geschnitzt wurden. Auf dem Tisch ist eine rot verzierte weiße Tischdecke. Dem Eingang gegenüber steht ein bürgerliche Merkmale zeigender braun gemalter eintüriger Schrank aus dem vergangenen Jahrhundert, mit einem Gewürzregal und einem spanisch bearbeitetem Mundstück aus dem 19. Jahrhundert. Über diesem Schrank hängt ein Spiegel mit Holzrahmen.

Links vom Eingang steht eine gravierte, bemalte Komáromi-Kleidertruhe aus dem 19. Jahrhundert. Über ihr ist eine Vertiefung in der Wand versehen mit Regalfächern, Intarsien-Dekoration und mit einer Tür. Diese Vertiefung funktioniert also als Schrank, wird auch „Wandkasten” genannt, auf ihr oberes Regal kamen die das Zimmer verzierenden, gemalten, kunstvoll bearbeiteten Tonteller und Schüsseln.

In der Ecke, quer dem Eingang gegenüber steht ein braun bemaltes, gedrechseltes, sogenanntes Turm-Bett, es stammt aus dem Ende des vergangenen Jahrhunderts und ist mit einer weißen Tagesdecke abgedeckt.

Davor stehen Stühle aus dem 19. Jahrhundert, in Klassizismus-Stil und mit empirischen Dekorationen versehenen, geschnitzten Rücklehnen. Daneben bekam auch ein, den bäuerlich-bürgerlichen Geschmack spiegelndes Kanapee Platz. Dem folgt eine weitere, für die Aufbewahrung von Kleidungsstücken geeignete Komáromi-Truhe.

Zwischen dem Bett und dem Wandkasten steht ein aus Holz gebauter, in seiner Mitte leerer Stehstuhl in dem gerade ein kleines Mädchen das Stehen lernt. In der Mitte des Bettes schläft ein kleines Kind, in Windeln gewickelt. Daneben steht eine ältere Frau, die Großmutter. Das dritte Kind lernt mit einer aus Holz gebauten Gehhilfe mit drei Rädern das Gehen.

Rechts vom Eingang steht ein grüner Hohlofen, der 1854 von einem Ofenbauer und Töpfer aus Veszprém gebaut wurde. Dieser aus grünen Steinen gebaute Hohlofen kann von außen geheizt werden und ist oben mit einer Spitzenkrone abgeschlossen. In seiner Nähe steht der aus Holz gebaute Sessel, hier saß meistens der älteste Mann der Familie.

Weil dieses Haus das Zuhause einer reformierten kleinadeligen Familie ist, hängen an der Wand Familienbilder, historische Wandbilder und eine Uhr. Die Puppen tragen die für das Bauerntum-Bürgertum der 1920-1930er Jahre charakteristische Kleidung.

Bakony Haus
8200 Veszprém, Erzsébet sétány 3.

Geöffnet:
Vom 15. April bis zum 15. Oktober jeden Tag, außer Montags, von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Eintrittspreise für die ständige Ausstellung des Bakony Haus:
Erwachsene: 500 Ft
Schüler-Rentner: 300 Ft
Familie (2 Erwachsene, max. 4 Kinder): 1100 Ft
Gruppe (min. 10 Erwachsene / Schüler): 400 / 250 Ft