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Museumsgeschichte

Während der dem Ausgleich 1867 folgenden Verbürgerlichung nahm in den ländlichen Städten eine neue Bewegung ihren Lauf. Die Vertreter dieser Bewegung wollten die historischen und natürlichen Schätze ihrer näheren Umgebung sammeln und für diese Sammlungen entsprechende Ausstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen - Museen gründen. Die Unterstützer dieser Sache waren in Veszprém Lehrer der Piaristen, Vorsitzende der Stadt und des Komitats, Hohepriester und die Intellektuellen.

Die Gesetzgebung des Komitats strebte zwar in ihren Rechtsregelungen danach diese 1873 entsprungene Initiative zu unterstützen, aber es mussten noch weitere 30 Jahre vergehen, bis es tatsächlich zur Gründung des Museums kommen konnte. Am 30. November 1902 wurde der Verband für das Komitat-Museum Veszprém mit 23 gründenden und 127 normalen Mitgliedern, gegründet. Vorsitzender des Verbandes war Dr. Ferenc Fenyvessy, ewiges Ehrenmitglied war Baron Károly Hornig, der das Museum bis zu seinen Tode mit bedeutenden Geldsummen unterstützte und die Sammlung mit wertvollen Büchern und anderen Gegenständen bereicherte.

Am 2. Dezember 1902 stimmte das Gesetzgebungskomitee der Gründung des „Komitats Museums” zu. Am 10. März 1903 wurde die Regelung bezüglich des Komitat Museums verfasst und es wurde unter die Aufsicht der Nationalen Oberaufsicht für Bibliotheken und Museen gestellt. Hier wurde auch über die Stellen im Museum entschieden. Lajos Lóczy schlug als Direktor Dezső Laczkó, Lehrer des Gymnasiums der Piaristen vor, der diese Stelle auch annahm.

Der ungarische Minister für Religion und Volksbildung nahm die Gründung des Museums des Komitats Veszprém zur Kenntnis und trug das Institut „als für verschiedene Unterstützungen berechtigtes“ am 24. März 1903 ein.

Die ersten „Funde“ des zukünftigen Museums wurden von der aus fast 2000 Objekten bestehenden vorgeschichtlichen Sammlung des Pfarrers István Miháldy vertreten, welche vom Oberaufsichtsamt gekauft und an Veszprém verschenkt wurde.

Der Vizecomes forderte die Notare der Gemeinden und die Bürgermeister der Städte mit geordnetem Stadtrat dazu auf, die Angelegenheit des Museums ihren eigenen Wirkungskreisen angemessen zu unterstützen. Da das Museum noch kein eigenes Gebäude hatte wurde die erste Ausstellung auf der II. Etage des Rathauses in 7 Räumen, am 6. November 1904 geöffnet. In zwei Räumen wurde die Bibliothek eingerichtet und in zwei anderen die zu lagernden Objekte platziert. Die sich stets bereichernde Sammlung füllte innerhalb einiger Jahre die zur Verfügung stehenden Räume und die Bibliothek war so überfüllt, dass die Leser dort keinen Platz mehr hatten. Ein eigenes Museumgebäude wurde notwendig. Nach einigen Jahren wurde der Platz für das zukünftige Museumsgebäude auf der Elisabeth-Promenade (Plosszer-Promenade) markiert und István Medgyaszay wurde mit der Planung des Bauwerkes beauftragt.

Wegen des Ersten Weltkrieges und der Wirtschaftskrise dauerte der Bau zehn Jahre lang. 1924 wurde die Sammlung umgesiedelt und am 24. Mai 1925 wurde das Museum geöffnet. Im folgenden Jahr begann auch die Bibliothek ihren öffentlichen Dienst. 1932 starb Dezső Laczkó, seinen Platz bekam Gyula Rhé, der bis zu seinen Tod 1936 Direktor des Museums war. Ihm folgte László Nagy (Archäologe, Literaturhistoriker, Ethnograph, Bibliothekar). László Nagy gründete dann das neben dem Museumsgebäude sichtbare Haus Bakony, als Muster für dieses diente ein Haus aus der Gemeinde Öcs, Kreis Devecser, entworfen wurde es von György Linzmayer.

Die Sammlung überlebte den 2. Weltkrieg unversehrt, aber das Gebäude selbst erlitt Schäden. 1949 wurde die erste Bezirksbibliothek geöffnet, sie wurde von László Nagy geplant und enthielt Bücher, die vom den Büchern der Museumsbibliothek abgetrennt wurden. Im renovierten Museumsgebäude wurde am 7. Januar 1951vom Direktor Aurél Vajki eine neue ständige Ausstellung geöffnet. Aurél Vajki haben wir auch die enorme Weiterentwicklung unserer ethnografischen Sammlung zu verdanken.

Die Anzahl des Fachpersonals stieg im Jahr 1953 auf 3 Personen. Am 1. Januar wurde die Organisation der Komitat-Museen unter der Leitung des Museumdirektors István Éri gegründet. 1963wurde das erste Band unseres Jahrbuches unter dem Titel Nachrichten der Museen des Komitats Veszprém veröffentlicht, und enthielt die wissenschaftlichen Leistungen, die unser Museum erreicht hatte, bis heute wurden 20 Bände veröffentlicht. Zwischen 1964 und 1972 wurde, erstmals in Ungarn eine Archäologische Topographie Ungarns, in vier bänden, erstellt. Band I. enthält die Informationen über Kreis Veszprém, Band IV. die Daten über Pápa-Zirc.

Die Anzahl des Fachpersonals ist erfreulicherweise angestiegen, was wegen der steigenden Objektezahl der Sammlung auch notwendig war. 1968 zog die – zu der Zeit bereits als Komitats-Bibliothek geltende Bibliothek aus dem Museumgebäude aus. Nach den Umbauten im Erdgeschoss wurde der Ausstellungsraum im I. Geschoss bedeutend vergrößert. Die wachsende Sammlung des Museums machte es sinnvoll die naturwissenschaftliche Ausstellung nach Zirc zu verlegen. Zirc wurde damit zum Zentrum der seit Jahren stattfindenden Bakony-Forschung. Die Bakony-Forschung gehört zu den ersten vom Akademischen Ausschuss gegründeten (1974) Forschungsprogrammen. Seit dem 1. Januar 1992 funktioniert das naturwissenschaftliche Museum in Zirc als erstes selbstständiges Institut.

Im Gebäude haben wir am 4. Oktober 1985 unsere ständige Ausstellung unter dem Titel „Die vergangenen Jahrtausende des Bakony und des Balaton-Oberlandes” . Als Anerkennung unserer wissenschaftlichen Arbeit wurde das Museum Bakony vom Bildungsministerium und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften als wissenschaftlicher Forschungsort ausernannt.

Am 18. Mai 1984 wurde in Nemesvámos-Balácapuszta ein neuer Ausstellungsort eröffnet: die Römische Villa und die Ruine. Nachdem die Restaurationswerkstätte des Museums Bakony und dessen Sammlungen 1983-84 nach Felsőörs umgesiedelt wurden, wurden auch neue Lager gebaut, weswegen auch die ethnografischen, historischen und bildenden- und angewandten Kunstsammlungen dort Platz bekamen. Die Objektanzahl der Sammlung des Museums: Archäologie 200 000, Numismatik 28 500, Ethnographie 18 500, Historik 7500 , Bildende Kunst 4600, Kunst 2300. In unserem Daten und Fotoarchiv bewahren wir 250 000 Dokumente und Aufnahmen auf. In unserer Bibliothek haben wir 24 100 Bücher und 12 800 Zeitschriften.

Seit 1981 ist das Institut auch Forschungsinstitut und seit dem 1. März 1990 trägt es den Namen des Lehrers und Geologen, Dezső Laczkó. Unser Museum erwartete während seines mehr als 100 jährigen Bestehens und auch heute noch seine Besucher mit mehreren nationalen oder internationalen Ausstellungen, mit Wanderausstellungen, die über Regionen und Grenzen reichen, und mit zahlreichen saisonalen und Jubiläums-Ausstellungen und Organisationen, und weiterhin mit wissenschaftlichen und informativen Publikationen.

In der erneuerten Vorhalle des Museums dient ein modernes Multimediasystem der Informierung unserer Besucher, weiterhin finden Sie hier ein Museumsgeschäft. Über die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse können sich die Interessenten in einzelnen Publikationen, Zeitschriften, konferenzbänden und Ausstellungskatalogen informieren. Für Schüler stehen Videos, museumpädagogische Zeitschriften und Aufgabenblätter zur Verfügung.

2006 erhielt unser sowohl in Ungarn als auch international anerkanntes Institut den Titel „Das Museum des Jahres 2006“.

Die Struktur der Organisation der Komitats Museen änderte sich infolge der neuen Regelungen seit 2007 Schritt für Schritt. Im Jahr 2007 gingen folgende Einrichtungen in das Eigentum der Selbstverwaltungen über – werden deshalb auch von diesen aufrechterhalten: das Gedenkmuseum József Egry in Badacsony, das Szegedy Róza Haus, das Open-Air-Museum in Nagyvázsony, die Jókai Villa in Balatonfüred und das Open-Air –Museum in Tihany. Im Jahr 2012 geschah dasselbe mit folgenden Instituten: Schloss- und Landschaftsmuseum Graf Esterházy Károly, das Bajcsy-Zsilinszky Endre Gedenkhaus in Kővágóörs-Pálköve.

Die Villa Romana Baláca wurde der Ausstellungsort des Ungarischen Nationalmuseums und wird weiterhin von unserem Museum betrieben.

Am 1. Januar 2013 geriet dann das Komitat Museum Laczkó Dezső in die Obhut der Selbstverwaltung der Komitatstadt Veszprém, damit änderte sich auch der Name des Museums in: Laczkó Dezső Museum.